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4. Juli 2015

Norwegen, Tag 28 (3.7.2015)

Es ist stark bewölkt, regnet aber nicht. Wir fahren nochmals zum Saltstraumen, wo das Wasser derzeit in der anderen Richtung fließt als gestern am frühen Nachmittag. Zum Fotografieren gehen wir auch bis zur Mitte der Brücke.

Danach verstauen wir unsere Sachen im Auto und machen uns um 9:15 auf den Weg in Richtung Mo i Rana. Dabei kommen wir bei einer weiteren Skulpturlandskap-Skulptur vorbei.

Die Straße führt durch eine hübsche Gegend - Fjorde, Seen, Wälder, Wiesen, Berge, Wasserfälle, kleine Dörfer -, die bei Schönwetter (um 10:10 beginnt es zu regnen, hört aber bald wieder auf) durchaus einen zweiten Besuch wert ist.

Nach Rentieren und Schafen eine neue Tiergattung, auf die man aufpassen muss: Ziegen.

Um 10:50 erreichen wir die E6, 140 km vor Mo i Rana. Nächster Halt ist das Nordland Nationalparkzentrum, wo wir eine Gemäldeausstellung sowie eine Ausstellung über Geologie, Flora und Fauna des nördlichen Norwegen besichtigen.

Ein paar Kilometer weiter: ein Wasserfall mit einem total verrosteten Autowrack zur Dekoration.

Die Straße steigt dann auf ein fast 700 m hohes Fjell hoch, wo wir rund 80 km vor Mo i Rana den Polarkreis überqueren. Hier wurde das Polarkreiszentrum mit Souvenirshop und Restaurant erbaut. Wir essen eine typisch norwegische Mahlzeit: Hamburger mit Pommes und Cola (alternativ steht noch Pizza zur Auswahl).

Wir befinden uns jetzt auf derselben geografischen Breite wie in Rovaniemi am Abend des dritten Tags unserer Reise. Für die Rückfahrt nach Wien werden wir uns doppelt so lange Zeit lassen.

Die nächsten Stunden begleitet uns Regen. 10 km vor Mo i Rana machen wir einen Abstecher von rund 30 km zu einem See, wo man um 10, 12 und 14 Uhr mit einem Boot übersetzen kann. Wir treffen um 14:45 ein, darum erübrigt sich die Frage, ob wir auf der anderen Seite des Sees den 3-km-Marsch zum Svartisen-Gletscher auf uns nehmen sollen. Aber bei diesem Wetter hätten wir ohnehin darauf verzichtet, auch wenn das Boot noch eine Tour unternommen hätte. Erneut ein Ort, der in die Liste für einen weiteren Norwegen-Urlaub aufzunehmen ist.

In Mo i Rana tanken wir und fotografieren die Kirche, dann fahren wir 90 km bis Mosjoen, das für sein Stadtzentrum mit zahlreichen Holzhäusern aus dem 19. Jahrhundert bekannt ist.

30 km weiter befindet sich der Wasserfall Laksforsen.

Um 19:30 beginnt die Wolkendecke aufzureißen, erstmals sehen wir an diesem Tag ein paar Flecken blauen Himmel (das Wetter wird aber wieder schlechter). Wir beschließen, noch eine Weile weiter zu fahren und später im Auto zu schlafen. Um 20:15 verlassen wir Nord-Norwegen und gelangen in den Landesteil Tröndelag.

Wir übernachten schließlich auf einem Rastplatz kurz hinter Steinkjer, 114 Kilometer vor Trondheim.

Kilometerstand: 11389.

 

2. Juli 2015

Norwegen, Tag 27 (2.7.2015)

Nach einer angenehmen Nacht (minimale Temperatur: 11 Grad) sitzen wir gerade beim Frühstück, als es zu tröpfeln beginnt. Wir bauen das Zelt bei leichtem Nieseln ab und brechen um 7:15 auf. Wir kommen am kleinen Bruder des Tranoy Fyr vorbei.

In Hamaroy wird an vielen Stellen an Knut Hamsun erinnert. Das Hamsunsenteret mit einer Ausstellung über das Leben des Schriftstellers wurde 2009 eröffnet.

Die E6 nach Fauske führt durch eine waldreiche Landschaft. Immer wieder sind Seen und Fjorde zu sehen, und von den Bergen - mit von früheren Gletschern glatt geschliffenen Felswänden - stürzen Wasserfälle in die Tiefe. Es beginnt stark zu regnen.

In Fauske kaufen wir Verpflegung, dann fahren wir Richtung Bodö und biegen schließlich links ab zum Gezeitenstrom Saltstraumen, in dessen Nähe wir auf einem Campingplatz eine Luxushütte (mit Dusche und WC) mieten.

Während der Besichtigung des Saltstraumen unter der Brücke Saltstraumbrua hört es fast zu regnen auf (fängt dann aber bald wieder an). Den Vögeln scheint es hier zu gefallen, sie landen auf dem Wasser und lassen sich von der Strömung mittreiben.

Ein paar Kilometer fahren wir noch auf der Rv 17 weiter. Diese Küstenstraße ist die schönere, aber auch erheblich langsamere Alternative zur E6 auf dem Weg in den Süden. Da die Wettervorhersage auch für morgen schlecht ist, werden wir jedoch die Schnellstraße nehmen und die Rv 17 im nächsten Norwegen-Urlaub einplanen.

In Bodö ist bei diesem Wetter Museumsbesuch angesagt: das 10000 m2 große Luftfahrtsmuseum.

Wir bleiben zwei Stunden im Museum und besichtigen die 34 ausgestellten Flugzeuge.

Um 17 Uhr hat der Regen eine kurze Pause eingelegt. Wir fahren drei km zur Turisthytta auf dem Ronvikfjell, wo man aus 150 m Seehöhe einen Blick auf die Stadt werfen kann.

Der Weg zur 1956 erbauten Domkirke mit ihrem allein stehenden Turm ist mit einigen Schwierigkeiten verbunden, da wegen Straßenbauarbeiten ein weiter Innenstadtbereich für den Autoverkehr gesperrt ist.

Da es wieder zu regnen begonnen hat, legen wir noch einen letzten Stopp bei der Bodin-Kirche ein, ehe wir um 18:30 "Frühschluss" machen und zum Campingplatz zurück kehren.

Kilometerstand: 10753.

 

Norwegen, Tag 26 (1.7.2015)

Heute ist es größtenteils bewölkt, aber wir sind zuversichtlich, dass die Sonne bald sichtbar sein wird. Da das Ende des Urlaubs näher kommt, suchen wir im Internet nach Fähren und buchen eine, die zum Preis von 50 Euro am Dienstag nachmittag in viereinhalb Stunden aus der Gegend um Oslo nach Dänemark (Festlandsteil) fährt.

Um 8:30 verlassen wir nach fünf Übernachtungen den Campingplatz nahe Svolvaer und eine Stunde später auch die Lofoten in Richtung Narvik. Jetzt beginnt wieder die Zeit längerer Fahrten und weniger Fotos. Um 10:10 kommen wir an einem Polizeiwagen und einem neben der Straße auf dem Dach liegenden Auto vorbei. Um 11 überqueren wir die Brücke zwischen Hinnoya und Festland und kommen auf eine Strecke, die wir noch nicht gefahren sind.

Um 12:45 sind wir in Narvik und kaufen Verpflegung - im selben Rema1000 wie beim letzten Mal. Während des Essens am Supermarkt-Parkplatz beobachten wir eine Fontäne, eine weniger bekannte Sehenswürdigkeit der Stadt.

Die zweite Sehenswürdigkeit, die Gondelbahn auf den Hausberg, ist nicht in Betrieb. Laut Reiseführer kann man auch mit dem Auto hinauffahren, was sich als schmale und steile unbefestigte Straße herausstellt. Sie ist nach einigen Kehren gesperrt, aber immerhin haben wir von hier Aussicht auf die Stadt.

Die dritte Sehenswürdigkeit, der oft fotografierte Wegweiser zu zahlreichen Städten, ist wegen in der Nähe stattfindender Bauarbeiten nicht zugänglich. Ich schieße durch eine (vermutlich von Touristen aufgebrochene) Lücke im Bauzaun ein Foto mit der höchsten Zoomstufe.

Danach fotografieren wir noch die große steinerne Kirche (wegen der Bauarbeiten nur auf Umwegen zu erreichen) und sind dann froh, diese unserer Meinung nach wenig sympathische Stadt zu verlassen.

Die Strecke zur Fähre nach Bognes kennen wir bereits. 15 Kilometer vor der Fähre biegen wir nach links ab und folgen einer gut ausgebauten Straße, die am Efjord entlang und durch einige Tunnel führt. Auf einem Rastplatz hat man gute Sicht auf den Stetind, den Nationalberg Norwegens. Leider ist der Himmel inzwischen von einer eintönig grauen Wolkenschicht überzogen, was für Landschaftsfotos noch schlechter als komplett blauer Himmel ist.

Am vorletzten Tunnel vor der Fähre in Kjopsvik wird gebaut, so dass wir eine halbe Stunde lang warten müssen. Ich nutze die Gelegenheit, den größten Teil des heutigen Blogeintrags zu schreiben. Wir erreichen die Fähre um 18 Uhr gerade noch rechtzeitig.

Unser letztes Ziel ist Hamaroya, die Heimat des Literaturnobelpreisträgers Knut Hamsun. In der Nähe von Tranoya ist in der Landkarte ein Leuchtturm eingezeichnet, und tatsächlich ist er ein wahres Highlight.

Da auf einem am Weg zum Leuchtturm liegenden Campingplatz nur relativ teure Apartments verfügbar waren, beschließen wir, heute wild zu campen. Wir stellen das Zelt mit Blick auf Tranoya Fyr auf und essen Gulasch zu Abend.

Kilometerstand: 10418.

 

30. Juni 2015

Norwegen, Tag 25 (30.6.2015)

Wie vorhergesagt, erwachen wir an einem Tag mit herrlichem Wetter. Wir frühstücken im T-Shirt auf der Terrasse unserer Hütte und fahren dann nach Svolvaer, wo wir um 10 Uhr mit der M/S Trolltind auslaufen.

Die Passagiere erhalten Ganzkörper-Kapuzenanzüge gegen den kalten Fahrtwind. Natürlich könnte man sich auch ins Innere des Bootes setzen, aber das machen nur wenige. Da wir einen großen Teil der Fahrt an windgeschützten Plätzen, z.B. am Schiffsheck, verbringen, reicht uns unsere aus T-Shirt, Hemd, Weste, Jacke und Haube bestehende nautische Ausrüstung, so dass wir auf diese Anzüge verzichten können.

Die Route führt an der nur auf dem Wasserweg zugänglichen Küste entlang nach Nordosten. Je mehr wir uns dem Ziel nähern, desto mehr sehen die Berge wie versteinerte Trolle aus.

Das Ziel - das ist der zwei Kilometer lange, aber nur 100 m breite Trollfjord, der von steilen Felswänden und mehr als 1000 m hohen Bergen begrenzt wird.

Um 13 Uhr erreichen wir wieder Svolvaer.

Wir fahren zu einem Rastplatz kurz vor der Insel Flagstadoya, auf dem es überdachte Tische und Bänke gibt (das Dach ist heute natürlich nicht erforderlich). Um 14:45 nehmen wir hier ein verspätetes Mittagsessen zu uns.

20 km weiter befindet sich Nusfjord, das wir um 15:30 erreichen. Heute kaufen wir die Eintittskarte.

Unsere Besichtigung des UNESCO-Welterbe-Dorfs dauert eineinhalb Stunden. Danach fahren wir nach Ballstad/18:00 auf Vestvagoy, das in einem Reiseführer als eines der schönsten Fischerdörfer der Lofoten bezeichnet wird. Der Autor dürfte ein anderes Ballstad besucht haben, denn wir können diese Einschätzung nicht nachvollziehen. Weitaus besser gefällt uns die Kirche in Gravdal/17:40 ein paar Kilometer vor Ballstad.

Ein Abstecher bringt uns nach Mortsund, wo es eine große Rorbuer-Anlage gibt.

Danach folgen wir der Nebenstraße an der Südküste von Vestvagoy. In Stamsund/19:15 ist gerade ein Hurtigruten-Schiff eingetroffen.

Einige Kirchen und Kapellen später ...

... sind wir nicht mehr weit von den Bergen Austvagoys entfernt.

Da uns nur wenige Kilometer bis zum Zehntausender fehlen, biegen wir bei der Abzweigung zum Campingplatz nicht ab, sondern fahren weiter nach Svolvaer. Nach zwei Runden um den Häuserblock erreicht der Kilometerzähler am Parkplatz des Rema1000-Supermarkts die Marke 9999,9. Danach springt er auf 0,0.

Wir feiern dieses Ereignis zwar nicht mit Sekt, gönnen uns aber ein Eis.

Kilometerstand: 10009.

 

 

Norwegen, Tag 24 (29.6.2015)

Die Wettervorhersage stimmte: zwar noch relativ viele Wolken (vereinzelt auch mit leichtem Regen), aber dazwischen blauer Himmel und Sonnenschein - und so soll es bis inkl. Mittwoch bleiben, mit Dienstag als schönstem Tag. Wir fahren um 7:45 los und sehen kurz danach einen Regenbogen.

Wir beabsichtigen, einige Orte, in denen wir bereits waren, ein zweites Mal zu besuchen, um sie in der Sonne zu fotografieren. Auf dem Weg dorthin bleiben wir aber auch an Plätzen stehen, wo wir bisher immer durchgefahren sind, zum Beispiel bei der Brücke zwischen Austvagoy und Gimsoya/8:15.

Um 8:50 sind wir auf einem Rastplatz mit Blick auf Borg und die "Sprungschanzen-Kirche".

Ein Abstecher an die Nordküste bringt uns zum Naturreservat Eggum. Vom Reisemobil-Stellplatz ist ein Fußmarsch von knapp 1 km bis zu einem Beitrag zur Skulpturlandskap-Serie zurückzulegen/10:10.

Um 10:40 sind wir zurück auf der E10, kurz vor Borg und 75 km vor A. Wir biegen aber bald wieder ab und folgen einer Nebenstraße nach Utakleiv/12:30 an der Nordküste.

Am Weg nach Utakleiv: weiße Sandstrände, türkisblaues Wasser - heute wirklich mit Karibik-Feeling! Kann man sich einen schöneren Platz für die Mittagspause/12:15 vorstellen?

Um 13 Uhr sind wir wieder auf der E10. Die weitere Fahrt wird oft von Fotostopps unterbrochen - zu viele, um alle zu notieren, zumal jetzt ich am Lenkrad sitze.

Kurz vor 15 Uhr erreichen wir die Abzweigung nach Reine. Der Blick hinunter auf das Dorf ist sowohl für Fotografen als auch für Maler ein tolles Motiv.

Es folgt ein Spaziergang durch Reine.

Anschließend fahren wir weiter nach A, wo ich beim Ortsschild/16:00 ein Selfie schieße.

Den billigen Witz vom A-a-Machen in A verkneife ich mir, ...

... stattdessen zeige ich lieber ein Foto aus dem Ort/17:10.

Auf dem Rückweg kommen wir bei Hamnoy/18:10 an einem VW-Bus vorbei, dem wir in den letzten Tagen schon mehrmals begegnet sind.

Danach fahren wir zum Campingplatz (mit einem kleinen Umweg über Svolvaer, wo wir in einem Supermarkt unsere Obstvorräte ergänzen und Grillwürstel, Tomaten und Brot für unser heutiges Abendessen kaufen.

Kilometerstand: 9752.