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11. September 2014

Dalmatien, Tag 6 (11.9.2014)

Der Regen kommt mit Verspätung, aber irgendwann in der Nacht trifft er über Privlaka ein. Der Wettervorhersage nach sollte es den ganzen Tag wascheln, aber gegen 9 Uhr bricht die Wolkendecke auf. Die Wiese neben unserer Appartementanlage steht teilweise unter Wasser.

Wir nutzen die Gunst der Stunde und fahren ein paar Kilometer nach Nin. Die Geschichte dieser kleinen (unter 3000 Einwohner) und ältesten Stadt Kroatiens geht auf das 9. Jahrhundert v.Chr. zurück. Die Altstadt liegt in einer Lagune auf einer durch einen künstlichen Kanal geschaffenen Insel, die über zwei Brücken zugänglich ist.

In Nin steht die "kleinste Kathedrale der Welt", die um 800 erbaute Sveti Križ (Heilig-Kreuz-Kirche).

Unter der Herrschaft der Römer hieß die Stadt Aenona. Einige Ausgrabungen zeigen die Überreste römischer Bauwerke.

Die Wolken werden wieder dichter und bedrohlicher. Wir fahren ein paar Kilometer weiter in das ehemalige Fischerdorf Vrsi.

Während wir in einem Restaurant zu Mittag essen (zur Abwechslung mal wieder Pizza, dazu Cola Zero), beginnt es leicht zu regnen, hört aber bald wieder auf.

Anschließend folgen wir auf der Suche nach Fotomotiven und einem Verkaufsstand für Obst und Gemüse einer bisher von uns nicht benutzten Straße in Richtung Zadar. Nach dem Kauf von etwas Obst geraten wir in einen Wolkenbruch. Wir machen noch einen Abstecher in eine Bäckerei, die wir vor ein paar Tagen auf der Insel Vir gesehen haben, und kehren um 15 Uhr in unser Appartement zurück.

Am Abend taucht die Sonne wieder auf. Die spontan angesetzte Fahrt nach Zadar wird nur von einem kurzen Stopp unterbrochen, um einen Regenbogen zu fotografieren.

In Zadar finden wir nahe der Fußgängerbrücke zur Altstadt sofort einen Parkplatz. Wir müssen uns beeilen, um rechtzeitig zum Sonnenuntergang die Westseite der Halbinsel zu erreichen. Als es dunkel wird, beginnt der Sonnengruß in unterschiedlichen Mustern zu leuchten. Ich mache eine Reihe von Aufnahmen mit dem Stativ, darunter auch ein Langzeit-Selfie.

Kurz vor 21 Uhr sind wir wieder in Privlaka.

 

10. September 2014

Dalmatien, Tag 5 (10.9.2014)

Die bereits vor Tagen vorhergesagte Regenfront kommt näher. Schon heute ist in unserer Gegend mit Gewittern zu rechnen. In der Nacht und insbesondere am Donnerstag soll es eine wahre Sintflut geben.

Wir brechen kurz nach 8:30 auf, um die fast 60 km lange, aber nur 2 bis 10 km breite Insel Pag zu besichtigen. Dabei kommen wir an einer Kirche vorbei, bei deren Glockenturm der Architekt einen kleinen Fehler gemacht haben dürfte.

Seit 1968 gibt es eine Brücke, die das Südende der Insel mit dem Festland verbindet.

Kaum haben wir die Brücke überquert, beginnt es zu regnen.

Als wir um 10 Uhr die Stadt Pag erreichen (das nachfolgende Bild habe ich am Abend bei der Rückfahrt aufgenommen), ist das Gewitter bereits weiter gezogen. Wir parken auf einem kostenpflichtigen Parkplatz, bezahlen für eine Stunde und sehen uns den Hafen an. Danach gehen wir in die Innenstadt zum Hauptplatz, wo sich u.a. der Rektorenpalast aus dem 15. Jahrhundert und die Kirche Sv. Marija befinden.

Um 11 beginnt es wieder zu regnen (beziehungsweise: zu schütten). Vielleicht hätte ich mir statt des Lodgy ein Schwimmauto kaufen sollen?

In Novalja ist eine Straße, durch die uns Tomtom führen möchte, eine Einbahn in der Gegenrichtung, was uns zu einem Umweg zwingt. In den engen Gassen entdecken wir das Reklameschild eines Restaurants, das jedoch nicht geöffnet hat. Im zweiten Anlauf gelangen wir zum Hafen, wo wir das Auto parken und zu Mittag essen (Grillspieß mit Pommes, dazu Cola Zero).

Während wir essen, hört es zu regnen auf. Da ich am Morgen vergessen habe, die Schuhe mitzunehmen, und nur mit Sandalen unterwegs bin, kaufe ich mir in einem Kik Socken, um mich nicht zu verkühlen (genauer gesagt: wieder zu verkühlen, denn das ist mir im herbstlichen August bereits eineinhalb Wochen vor diesem Urlaub passiert). Danach fahren wir bis zum nördlichsten Dorf auf der Insel, Lun. Bis zur Nordspitze fehlen nur rund 500 m, ein Fahrverbot hindert uns aber daran, sie zu erreichen (sofern der Schotterweg überhaupt so weit führt). In der Umgebung von Lun wachsen zahlreiche Olivenbäume.

Zurück in Novalja, biegen wir nach links ab und fahren zur Anlegestelle der Fähre Zigljen - Prizna, die eine Alternative zur Brücke im Süden ist, um auf die Insel zu gelangen. Die Ostseite Pags ist unfruchtbar (bis auf ein paar wenige Pflanzen wie beispielsweise Disteln, die in dieser Marslandschaft gedeihen).

Letztes Ziel des Tages ist das 215-Seelen-Dörfchen Metajna, das im südlichen Teil einer Halbinsel liegt, bevor es 90 Kilometer zurück nach Privlaka geht.

Wir treffen kurz vor 19 Uhr bei unserem Appartement ein - in der Theorie gerade rechtzeitig für ein paar Sonnenuntergangs-Fotos. In der Praxis verbirgt sich die Sonne jedoch hinter dichten Gewitterwolken.

 

9. September 2014

Dalmatien, Tag 4 (9.9.2014)

Um 7:40 setzt sich mein Dacia in Bewegung. Ziel: der Nationalpark Plitvicer Seen, den wir nach ziemlich genau zwei Stunden Fahrzeit erreichen (darunter eine längere Strecke auf der Autobahn). Die Hälfte des Weges legen wir in dichtem Nebel zurück, der sich erst kurz vor der Ankunft auflöst. Wir parken beim Eingang 1 und bezahlen den Eintritt in Höhe von 110 Kuna pro Person, umgerechnet knapp unter 15 Euro.

Nicht weit vom Eingang 1 hat man einen wunderbaren Blick auf den 78 m hohen Veliki slap, den großen Wasserfall.

Wir gehen den steilen Weg zu den Seen hinunter. Dort kommt man auf Holzstegen nahe an die Wasserfälle heran.

Nicht nur in Österreich, sondern auch in Kroatien dürfte dieser Sommer ungewöhnlich regenreich gewesen sein. Die Stege sind an manchen Stellen überschwemmt und lassen sich dort nur mit nassen Schuhen oder zumindest nassen Füßen passieren.

Hier sieht man den Veliki slap von unten (bloßfüßig fotografiert).

Wir steigen die Canyonwand wieder hinauf und nehmen ein Shuttle zum Eingang 2. Hier gelangt man über ca. 200 Stufen hinunter zu einer Schiffsanlegestelle. Wir fahren mit einem der Boote über den größten der Plitvicer Seen.

Eine lange Schlange wartet schon darauf, ein Schiff zurück zur Anlegestelle beim Eingang 2 zu betreten. Ich frage mich, ob der Nationalpark in der Hochsaison manchmal wegen Überfüllung geschlossen wird.

Ein Bild wie aus einem Karl-May-Film:

Um 17 Uhr machen wir uns auf den Heimweg. In Gospić halten wir bei einem Restaurant zum Abendessen (Pljeskavica mit Pommes).

Ankunft in Privlaka: 20:30.

 

 

8. September 2014

Dalmatien, Tag 3 (8.9.2014)

Wir verlassen unser Appartement gegen 8 Uhr. Nach ein paar Kilometer Fahrt legen wir bei der kleinen, auf einem (wahrscheinlich) künstlich angelegten Hügel errichteten Kirche Sv. Nikola - eigentlich eine Kapelle, die an eine Burg erinnert - einen ersten Fotostopp ein.

Weiter geht es in Richtung Südosten zum Kanal Novsko Ždrilo, der den See Novigradsko More (Novigrader Meer) mit der Adria verbindet. Am Samstag haben wir diesen Kanal auf der im nachfolgenden Bild zu sehenden Autobahnbrücke überquert. Warum Tomtom trotz der Option "Autobahnen meiden" diese Route wählte, wissen wahrscheinlich nicht einmal die Programmierer, denn nur wenige hundert Meter entfernt befindet sich die Maslenica-Brücke, die wir heute überqueren.

Ein paar Kilometer weiter befindet sich die Stadt Obrovac, die im Canyon des Flusses Zrmanja liegt. Im Kroatienkrieg Anfang der 1990er Jahre wurde Obrovac zum Teil des von kroatischen Serben kontrollierten Gebiets der Republik Serbische Krajina. Seit 1995 ist die Stadt wieder kroatisch. Wir machen einen Schiffsausflug, der die Vorteile der Nachsaison zeigt - das für 20 oder 25 Passagiere geeignete Boot gehört uns ganz allein.

Eine nicht ganz halbstündige Fahrt bringt uns zu einem kleinen Wasserfall, wo wir auch für ein paar Minuten an Land gehen können.

Als wir weiter fahren, können wir von oben einen Blick auf die Zrmanja werfen.

Eine gut ausgebaute Straße bringt uns nun in die Berge nach Gračac, einer Stadt mit nicht ganz 5000 Einwohnern. Wir finden kein Restaurant und überlegen, ob wir uns in einem kleinen Supermarkt etwas zu essen kaufen sollen. Ich bemerke jedoch etwas außerhalb einen Kirchturm, den wir uns ansehen wollen.

In der Nähe dieser Kirche fällt uns ein Reklameschild eines eineinhalb Kilometer weiter liegenden Restaurants auf, das rund um die Uhr geöffnet hat und in erster Linie für Fernfahrer gedacht sein dürfte. Hier essen wir Ćevapčići mit Pommes Frites.

Nach dem Lunch wenden wir uns nach Norden, um auf einer Nebenstraße (die auf der Karte als "für Wohnanhänger nicht empfehlenswert" gekennzeichnet ist) wieder zum Meer zurück zu kehren. Warum man diese Straße mit Wohnwägen nicht benutzen sollte, wird rasch klar, denn der Asphalt wird bald von einem Schotterweg abgelöst. Die gute Nachricht: auf 20 Kilometer begegnen wir genau einem Auto. Die schlechte: schneller als 25 km/h, abschnittsweise gar nur 10 bis 15 km/h, kann man hier nicht fahren.

Dafür werden wir aber mit einer beeindruckenden Landschaft belohnt, von der man mit Fug und Recht behaupten kann, dass sie nicht von vielen Touristen gesehen wird.

Zurück auf beinahe Meereshöhe, umfahren wir den Novigradsko More und den daran anschließenden Karinsko More im Süden und nehmen dann eine viele Kilometer kerzengerade verlaufende Straße (USA-Feeling) nach Zadar. Wir kaufen bei einem Lidl ein, ehe es zurück nach Privlaka geht.

 

 

7. September 2014

Dalmatien, Tag 2 (7.9.2014)

Um 8:30 machen wir uns auf den Weg nach Zadar. In der Obala kneza Branimira finden wir auf Anhieb einen (an Sonntagen kostenlosen) Parkplatz in der Nähe der Fußgängerbrücke, über die man auf die Halbinsel mit der Altstadt gelangt.

Bei einem Spaziergang durch die Stadt sehen wir u.a. die Donatuskirche aus dem 9. Jahrhundert, die auf den Fundamenten des römischen Forums erbaut wurde.

Sehr viel jünger ist der Sonnengruß, bestehend aus 300 Glasplatten mit Fotovoltaik-Solarmodulen.

In einem Supermarkt füllen wir unsere Vorräte an Lebensmitteln und Getränken auf.

Auf dem Weg zurück nach Privlaka halten wir bei einem Restaurant. Da die Pizza gestern sehr gut geschmeckt hatte, bleiben wir diesem Mahl treu (aber morgen werden wir sicher etwas anderes essen, versprochen!).

Die Insel Vir kann über eine Brücke in der Nähe von Privlaka erreicht werden.

Der Inselausflug ist fotografisch allerdings wenig ergiebig. Um zum Leuchtturm zu gelangen, wäre ein längerer Fußmarsch erforderlich, wozu wir heute keine Lust haben. Die venezianische Festung Kaštelina finden wir trotz CityMaps2Go nicht (Tomtom kann nicht verwendet werden, da wir keine Adresse haben). Wir kehren daher bald um und kommen rechtzeitig zum Sonnenuntergang nach Privlaka zurück.

 

6. September 2014

Dalmatien, Tag 1 (6.9.2014)

Abfahrt um 6:30 bei bewölktem Wetter, manchmal mit leichtem Regen. Nach 100 Minuten Fahrt legen wir auf einem Parkplatz kurz vor der slowenischen Grenze eine Frühstückspause ein.

In Slowenien regnet es stärker. Als wir Kroatien erreichen, scheint es aufzuhellen, aber nach Karlovac fahren wir auch hier im Regen.

Erst als wir die Autobahn verlassen und kurz nach 11 Uhr bei starkem Wind einen ersten Blick auf die Adria (mit dem Südende der Insel Krk) werfen können, sehen wir erstmals auch blauen Himmel.

In engen Serpentinen geht es den Berg hinunter nach Senj, der ältesten Stadt der oberen Adria. Wir wechseln in einem Postamt, das erstaunlicherweise am Samstag zu Mittag geöffnet ist, Euro in Kuna. Nach einem kurzen Spaziergang am Hafen...

... essen wir in einem Restaurant Pizza. Auf dem Rückweg besichtigen wir die Kirche der Hl. Jungfrau Maria aus dem 11. oder 12. Jahrhundert im Zentrum von Senj.

Von Senj aus haben wir noch 170 km zu fahren. Der Großteil des Weges führt auf der kurvenreichen Küstenstraße nach Süden bzw. Südosten. Die Bora muss kürzlich besonders stark gewesen sein, denn auf einem Parkplatz wurde sogar eine Toilette umgeweht.

Das Navigationsgerät leitet uns schließlich wieder auf die Autobahn. Nach ein paar Kilometer Fahrt nach Westen in Richtung Zadar nehmen wir die Ausfahrt nach Nin. Wenige Kilometer hinter Nin (und 18 km nördlich von Zadar) liegt der Ort Privlaka, wo wir um 17 Uhr in der kleinen Appartementanlage Lug eintreffen.

Nach einem Abendessen mit aus Österreich mitgebrachter Verpflegung machen wir uns noch auf den Weg zum kleinen Hafen von Privlaka, um den Sonnenuntergang zu fotografieren.

 

5. September 2014

Dalmatien, Tag 0 (5.9.2014)

Morgen brechen wir zu einem zweiwöchigen Urlaub nach Kroatien auf, genauer gesagt in die Region Dalmatien. Für die erste Woche haben wir ein Appartement in der Nähe von Zadar gemietet (die Route in der folgenden Abbildung ist eine vorläufige, wahrscheinlich werden wir nach Karlovac die Autobahn verlassen und an der Küste entlang fahren). In der zweiten Woche werden wir weiter im Süden in eine Wohnung in der Nähe von Omiš übersiedeln, ca. 25 km südöstlich von Split.

Die Wettervorhersage für Zadar für die nächsten Tage ist hervorragend, mit angenehmen Höchsttemperaturen um die 26 Grad. Mal abwarten, wie es dann zum Wochenende hin werden wird.